Signal Labs: Werden „Markierte Nachrichten“ und diese sechs weiteren Funktionen in Signal eingeführt?

25 Mai 2026 09:43 CEST

Signal arbeitet kontinuierlich an neuen Funktionen, um die App weiter zu verbessern. Dies geschieht sowohl öffentlich als auch im Hintergrund. Zusätzlich zu den öffentlichen Beta-Funktionen hat Signal im März 2026 eine interne „Labs“-Umgebung eingeführt, in der Funktionen vor der Veröffentlichung getestet werden. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf Signal Labs und welche Funktionen in Zukunft für Signal geplant sind.

Was ist Signal Labs?

Labs enthält Vorabversionen von Funktionen, die nur internen Tester*innen zur Verfügung stehen. Dadurch kann das Signal-Team neue Ideen schneller testen, ohne sie direkt in einer öffentlichen Betaversion zu veröffentlichen. In seinem Quellcode betont Signal , dass sich diese Funktionen alle in unterschiedlichen, noch nicht abgeschlossenen Entwicklungsstadien befinden. Einige erfordern noch weitere Entwicklungen, finale Designarbeiten oder plattformübergreifende Kompatibilität (iOS, Android, Desktop), bevor sie veröffentlicht werden können.

Anders als bei den meisten Beta-Funktionen ist es daher ungewiss, ob und wann diese Lab-Funktionen veröffentlicht werden. Die Tatsache, dass Signal aktiv daran arbeitet und sie intern testet, deutet jedoch darauf hin, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt werden könnten.

Aktuell sind die Labs-Funktionen nur in der Android-Version von Signal verfügbar. Die folgenden Beschreibungen beziehen sich daher speziell auf Android. Neue Funktionen werden in der Praxis häufig zuerst auf Android getestet, da die Entwicklungs- und Testumgebung flexibler ist. Sobald Funktionen offiziell veröffentlicht sind, strebt Signal an, sie auf allen Plattformen bereitzustellen.

Aktuell umfasst Labs sieben Funktionen. Im Folgenden beschreiben wir ihren aktuellen Status. Wie bereits erwähnt, befinden sich diese Funktionen noch im experimentellen Stadium und können sich im Laufe der Zeit erheblich verändern oder sogar vollständig entfernt werden.

Markierte Nachrichten

Eine der interessantesten Lab-Funktionen im Quellcode von Signal sind die „Markierten Nachrichten“ (GitHub-Commit 48374e6). So kannst du bestimmte Nachrichten markieren und später leichter wiederfinden. Sobald du eine Nachricht mit einem Stern markierst (Nachricht gedrückt halten > Kontextmenü > Stern), erscheint ein Sternsymbol in der Sprechblase. Alle markierten Nachrichten finden Sie dann über eine neue Option im Drei-Punkte-Menü der Chatliste. In einzelnen Chats kannst du diese über „Markierte Nachrichten“ in den Chateinstellungen aufrufen. Selbstverständlich kannst du den Stern jederzeit wieder entfernen.

Nachrichten können nur für dich selbst mit einem Stern markiert werden; andere können diese Markierung nicht sehen. Die Möglichkeit, bestimmte Nachrichten als Favoriten zu markieren, ist ein häufig geäußerter Wunsch vieler Nutzer. Wir hoffen daher, dass Signal bald weiter daran arbeitet.

Wenn du eine Nachricht für dich und andere im Chat hervorheben möchtest, kannst du bereits die Funktion Fixierte Nachrichten verwenden.

Story Archiv

Eine weitere Funktion von Lab ist das Archiv für Stories. Normalerweise verschwinden Stories nach 24 Stunden automatisch, sowohl für dich als auch für deine Kontakte. Manchmal kann es jedoch interessant oder nützlich sein, später auf die eigenen Stories zurückzublicken. GitHub-Commit e7d1db4 zeigt, dass Signal an dieser Funktion arbeitet.

Aktuell sieht es so aus, als würde den Story-Einstellungen eine neue Option namens „Archiv“ hinzugefügt. Wenn du diese Option aktivierst, werden deine gesendeten Stories gespeichert, nachdem sie den aktiven Feed verlassen haben.

Beispiel-Story in Signal

Der Quellcode deutet außerdem darauf hin, dass du auswählen kannst, wie lange deine Stories gespeichert bleiben sollen: für immer, ein Jahr, sechs Monate oder dreißig Tage.

Du wirst das Archiv außerdem nach „älteste zuerst“ oder „neueste zuerst“ sortieren können. Zusätzlich lassen sich Stories weiterhin manuell aus dem Archiv entfernen – entweder einzeln oder indem du mehrere Stories gleichzeitig auswählst.

Einzelchat-Export (Klartext)

Signal hat kürzlich die Möglichkeit hinzugefügt, den kompletten Chatverlauf auf Android und Desktop zu exportieren (Einstellungen > Chats > Chatverlauf exportieren). Diese Exporte sind im maschinenlesbaren JSON-Format verfügbar.

Intern testet Signal in Labs die Möglichkeit, einzelne Chats und Gruppen zu exportieren, allerdings im Klartextformat (.txt) (GitHub-Commit 2b163a9). In Chats und Gruppen wird dem Drei-Punkte-Menü in der oberen rechten Ecke eine neue Option hinzugefügt. Du kannst Chats dann mit oder ohne Medien exportieren.

Durch das Exportieren von Chats lassen sich Unterhaltungen einfacher außerhalb der App speichern und einsehen, beispielsweise zu Archivierungszwecken. Selbstverständlich ist es wichtig, diese Exporte sicher zu speichern und nicht an Dritte weiterzugeben.

Inkognito-Modus

Eine bemerkenswerte Funktion von Lab ist der Inkognito-Modus (GitHub-Commit b62b5ea). Wenn du in der Chatliste einen Chat oder eine Gruppe länger antippen, erscheint eine Option zum Öffnen im Inkognito-Modus. Nachrichten werden nicht als gelesen markiert und es werden keine Lesebestätigungen versendet.

Auf iOS gibt es bereits eine ähnliche Funktion, die jedoch anders funktioniert. Auf dem iPhone zeigt ein längerer Klick auf einen Chat lediglich eine Vorschau der neuesten Nachrichten an, ohne Lesebestätigungen zu senden. Der Inkognito-Modus von Labs ist fortschrittlicher und ermöglicht es, den gesamten Chat durchzuscrollen, ohne dass andere sehen, dass man die Nachrichten gelesen hat. Im Gegensatz zur iOS-Vorschau handelt es sich hier um einen vollständigen Lesemodus und nicht nur um eine kurze Vorschau.

Der Inkognito-Modus ist besonders nützlich, wenn du normalerweise Lesebestätigungen aktiviert hast, diese aber vorübergehend für einen bestimmten Chat oder eine Gruppe deaktivieren möchtest. Wenn du Lesebestätigungen für alle deaktivieren möchtest, kannst du dies bereits unter Einstellungen > Datenschutz > Lesebestätigungen tun.

Gruppenvorschläge für Mitglieder

Intern testet Signal auch Gruppenvorschläge (GitHub-Commit 9de75b3). Wenn du eine neue Gruppe erstellst und genau dieselben Mitglieder auswählst, werden dir bereits bestehende Gruppen mit diesen Mitgliedern vorgeschlagen.

Dies trägt dazu bei, doppelte oder unnötige Gruppen zu vermeiden. Durch Antippen eines Vorschlags kannst du sofort die bestehende Gruppe öffnen und das Gespräch dort fortsetzen.

Verbesserte Suchfunktion

Im Hintergrund arbeitet Signal außerdem an einer verbesserten Suchfunktion. Das Suchfeld wird eine neue Filterschaltfläche enthalten (GitHub-Commit 7253aaa).

Dies ermöglicht es dir, innerhalb eines bestimmten Datumsbereichs zu suchen und/oder nach Autorennamen zu filtern, wodurch es einfacher wird, ältere Nachrichten oder bestimmte Konversationen zu finden.

Vorschlag, die erhobene Hand zu senken

Die letzte Funktion des Labs ist eine Aufforderung (Toast-Benachrichtigung), die erhobene Hand während eines Gruppenanrufs wieder zu senken (GitHub-Commit b6f9852). Dies hilft dabei, zu verhindern, dass deine erhobene Hand aktiv bleibt, während du bereits sprichst.

Verfügbarkeit

Wie bereits erwähnt, sind alle oben beschriebenen Funktionen derzeit nur intern verfügbar und stehen regulären Nutzern oder öffentlichen Beta-Testern noch nicht zur Verfügung. Sie befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien und erfordern in vielen Fällen noch weitere Optimierungen oder plattformübergreifende Unterstützung.

Auch wenn noch ungewiss ist, ob und wann diese Funktionen veröffentlicht werden, bietet Labs einen interessanten Einblick in die neuen Funktionen, an denen Signal im Hintergrund arbeitet.

Weitere neue Funktionen

Zusätzlich zu den Labs-Funktionen entwickelt Signal weitere neue Funktionen. Schau in unseren News-Bereich und besuche unsere Website regelmäßig, um dich über Aktualisierungen zu informieren. Eine Übersicht über bereits veröffentlichte Funktionen und wichtige Änderungen findest du auf unseren Release-Seiten für Android, iOS und Desktop.

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